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Noch bevor das erste Kind da ist, beginnen die Vorbereitungen – das „Nest“ wird gebaut, Ratgeber gewälzt und nicht zuletzt auch die erste Ausstattung eingekauft. Dem neuen Familienmitglied soll es ja schließlich an nichts mangeln, wenn es erst einmal auf der Welt ist! Diese Erledigungen machen natürlich riesigen Spaß und steigern die Vorfreude, aber bei manchen Produkten kann das immense Angebot auch schon fast für Stress und Unsicherheit sorgen: Beim Kinderwagenkauf ist das oft der Fall. Schließlich gehört der Wagen zu den eher kostspieligen Anschaffungen und soll eine Weile halten – vielleicht soll ja eines Tages sogar noch ein Geschwisterchen mitfahren! Aber woher soll man bloß wissen, welches der unzähligen Gefährte, die es auf dem Markt so gibt, das beste ist?

Wichtige Eigenschaften für Kinderwägen

Über die Anforderungen an den Wagen sind sich wohl die meisten Eltern einig: Er sollte im Alltag praktisch zu handeln sein, also keinesfalls zu schwer. Aber gleichzeitig muss er auch stabil genug sein, um Sicherheit zu bieten und ebenso darf genügend Stauraum für Einkäufe, Wickeltasche & Co. nicht fehlen. Und bequem muss er sein, schließlich wird das Kind einen Großteil der Zeit darin verbringen – nur welche Sitzschalenform ist für Babys wohl angenehm, bzw. welche Liegeposition gesund? Hilfreich sind hier die Eckdaten, welche von der Stiftung Warentest für ihre letzte Produktstudie verwendet wurden. Mit ziemlich interessanten Ergebnissen!

Kinderwagentest: Viele beliebte Modelle fielen durch

Laut der Stiftung sollte zum Beispiel die ideale Liegefläche bei Kinderwägen 35 mal 78 Zentimeter groß sein. So ist genug Strampel- und Bewegungsfreiheit gegeben – extrem wichtig, damit sich das Kind in Ruhephasen ausreichend erholen kann (rund 14 Stunden schläft ein Baby am Tag!).

Umso enttäuschender ist das Urteil, das die Waren-Profis nach dem Test der gängigen Modelle Anfang 2015 gefällt haben: Die meisten der getesteten Wägen waren entweder zu kurz oder zu eng, bzw. häufig sogar beides. So schnitt hier zum Beispiel auch der beliebte Maxi Cosi schlecht ab. Mit nur 30 cm ist dieser für seine kleinen Insassen ziemlich eng, erst recht in den kalten Monaten, wenn sie zusätzlich noch in dicke Jacken und Decken eingemummelt werden. Am kindgerechtesten konzipiert war laut Fokus Online-Zusammenfassung des Tests der Britax Go für rund 600 Euro.

Schnitt in der Stiftung Warentest Studie als eines der besten Modelle ab: der BRITAX GO

Schnitt in der Stiftung Warentest als eines der besten Modelle ab: der BRITAX GO

Gesundheitsrisiko durch Schadstoffe

 Am meisten erschreckt hat uns bei unserer Recherche allerdings, dass wohl in vielen der untersuchten Modelle hohe Werte an Schadstoffen und Weichmachern entdeckt wurden. Sogar extrem teure Markenprodukte machten hier nicht unbedingt eine Ausnahme – ganz im Gegenteil, das teuerste Produkt war zugleich das giftigste. Die Zeitschrift Eltern weist in ihrem Kommentar zum Test allerdings darauf hin, dass Stiftung Warentest auch strengere Basis-Richtwerte angesetzt hat, als die entsprechende EU-Verordnung es eigentlich offiziell vorsieht. So wurden zum Beispiel unter anderem die Rückstände von sogenannten polzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) untersucht. Diese Stoffgruppe mit dem furchtbar komplizierten Namen gilt als krebsverursachend, ebenso kann sie das Erbgut verändern und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. In Kinderspielzeug dürfen zu ihr gehörende Verbindungen daher überhaupt nicht vorhanden sein; Kinderwägen allerdings fallen komischerweise gar nicht erst unter diese EU-Regelung. Da Babys aber nun mal – wie bereits beschrieben – einen Großteil der Zeit in den Wägen verbringen und entsprechend mit den Einzelteilen in Berührung kommen, sie anfassen und teilweise in den Mund nehmen, scheint es uns ausgesprochen richtig, die Werte auch auf diese Produktgruppe anzuwenden!

Zwar wurden laut Stiftung Warentest bei allen Stoffen nur Mengen nachgewiesen, die nicht unmittelbar, sondern erst langfristig gesundheitsschädlich sind. Dennoch ist ein gewisses Risiko vorhanden, das sich vermeiden lässt.

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Griffe, Gurte und Bezüge können Gefahrenquellen sein

Vor allem in Gummigriffen sowie den Textilien von Gurten und Bezügen ließen sich die gefährlichen Stoffe nachweisen. Beim Schieben des Kinderwagens kommen neben den Babys also auch die Eltern ständig mit den risikobehafteten Teilen in Berührung. Gerade durch zum Beispiel die Feuchtigkeit schwitziger Hände im Sommer lösen sich die Stoffe sogar noch schneller heraus. – Umso ärgerlicher, als die Verwendung der Stoffe zur Herstellung der Kinderwägen offensichtlich gar nicht nötig ist, denn in keinem der Modelle wurden alle Rückstände nachgewiesen, wie Eltern online zusammenfasst. Das Modell Terra Plus von Naturkind zum Beispiel zeigte keinerlei beunruhigende Werte auf, war allerdings aus Sicht der Tester zu eng konzipiert.

Der ausführliche Testbericht mit allen Marken und Details in der Übersicht kann kostenpflichtig auf der Website von Stiftung Warentest abgerufen werden.

Wer sich ohne großes Ratgeberlesen an den Kinderwagenkauf machen möchte, sollte die folgenden Tipps beherzigen:

  • Bei der Auswahl des Kinderwagens darauf achten, dass sich der Sitz komplett in eine flache Position bringen lässt. So ist eine bequeme und rückenschonende Schlaflage gewährleistet.
  • Sowohl Fußstützen, als auch Schieber sollten sich verstellen lassen –Babys wachsen wahnsinnig schnell…
  • Der Sitz sollte sich nicht nur nach hinten, sondern auch nach vorne drehen lassen. Kleinere Kinder werden nämlich gerne mit Blick auf ihre Eltern geschoben, während die Größeren oft lieber nach vorne schauen.
  • Um das Risiko von Giftstoffen zu verringern, nach dem Kauf des Kinderwagens einfach alle abnehmbaren Textilien erst einmal waschen. So kann man zumindest einen Teil der Schadstoffe loswerden.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will: Achtgeben, dass die kleinen Fahrer möglichst wenige Teile des Wagens in den Mund nehmen. Und selber nach jeder Spazierfahrt ordentlich die Hände waschen.

Und zum Schluss noch unser persönlicher littlehipstar-Rat: Bei all den vielen Richtlinien und theoretisch möglichen Gefahrenquellen bloß nicht den Spaß beim Aussuchen und Vorfreude-Verspüren verlieren – die erste Spritztour mit dem neuen fahrbaren Untersatz wird großartig! (Wir kennen Männer, die mit stolz geschwellter Brust noch vor der Geburt des Kindes diverse Runden um den Block gedreht haben… 😉 )

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