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Annette ist eine der zahlreichen Working Moms, die littlehipstar Tag für Tag am Laufen halten. Als Produkttexterin ist die 34-Jährige dafür verantwortlich, dass KundInnen im Onlineshop gleich finden, was sie suchen – das passende Produkt und die zugehörigen Infos. Obendrein ist Annette Mama von 2 Kindern. Uns hat sie erzählt, wie sie es schafft, ihren Alltag samt Teilzeit-Stelle bei littlehipstar zu wuppen – und was sie anderen raten würde.
Name Annette Büttner
Kinder 2 Kinder (2 Jahre und 7 Jahre)
Alter 34
Wohnort München
Beruf Product Information Manager
Firma littlehipstar GmbH

Liebe Annette, in Deiner Eigenschaft als Mutter gehörst Du im Angestellten-Team von littlehipstar einer Mehrheit an. Das gibt es auf Firmenseite gar nicht mal so häufig. Würdest Du sagen, es bringt Vorteile, so viele andere Eltern am Arbeitsplatz um sich zu haben – weil man sich evtl. besser unterstützt?

Ich würde weniger sagen, dass es Vorteile oder mehr Unterstützung mit sich bringt, viele andere Eltern am Arbeitsplatz um sich zu haben. Im Team werde ich von allen unterstützt, ob Eltern oder nicht. Viel mehr geht es doch darum, dass Unternehmen ein Zeichen setzen und Müttern und Vätern die Chance geben, zu beweisen, dass sie einen ebenso wertvollen Beitrag leisten können wie Mitarbeiter, die keine Kinder haben. Zu dieser Erkenntnis müssen viele Firmen wohl erst noch kommen.

Im Vergleich zu anderen Stationen in Deinem Jobleben: Gibt es bei littlehipstar Dinge oder Möglichkeiten, die einem das Arbeitsleben als Mutter erleichtern – und die Du zuvor vermisst hast? Wenn ja, welche?

Ich persönlich erwarte als Mutter keinen Sonderstatus bei meinem Arbeitgeber, aber natürlich gibt es schon ein paar Dinge, die einem das Arbeitsleben erleichtern. Das beginnt schon bei der Stellenausschreibung. Ich finde es großartig, wenn Stellen in Voll- UND Teilzeit ausgeschrieben werden. Als ich mich bei littlehipstar vorgestellt habe, wurde ich gefragt „Wie viele Stunden möchtest du für uns arbeiten?“. In der Vergangenheit habe ich mich auch auf Vollzeitstellen beworben und die Stunden dann mehr oder weniger erfolgreich heruntergehandelt. Super ist auch, dass ich meine Arbeitsstunden so aufteilen kann, wie es für mich im Alltag am besten vereinbar ist. Und die Option, auch im Homeoffice zu arbeiten, gibt mir Luft zum Atmen, denn es schafft zusätzliche Flexibilität. 

Deadlines und Zielvorgaben im Job, Kindererziehung & Freizeitprogramm, Quality-Time in der Partnerschaft – littlehipstar Gründerin Ceydas Kommentar zum Thema Vereinbarkeit und Schuldgefühle in unserem Interview war: „The struggle is real“. Was würdest Du als größte Herausforderung bezeichnen?

Für mich persönlich liegt die größte Herausforderung darin, das ganze System Familie am Laufen zu halten. Wir haben wenig Unterstützung von außen und können nicht auf den Oma-/Opa-Joker zurückgreifen. Fällt einer von uns aus, sprich ist einer von uns mal krank, dann sind wir ziemlich aufgeschmissen und müssen uns wirklich etwas einfallen lassen. Das setzt einen im Alltag natürlich auch unter Druck, denn man möchte allem ja so gut es geht gerecht werden. Ich habe mich auch von dem Gedanken verabschiedet, immer alles perfekt machen zu können. Es gibt einfach immer Tage, an denen irgendetwas auf der Strecke bleibt. Im Job, weil ich eigentlich noch etwas fertig machen müsste, aber losmuss, um die Kinder abzuholen. Zuhause, wenn die Kinder einfach noch warten müssen, weil ich noch mit Abendessen, Haushalt und Wäsche beschäftigt bin und das Zeitfenster bis zum Schlafengehen eben auch recht klein ist. Und wenn die Kinder dann schlafen, dann bin ich auch oft einfach zu müde, um noch auszugehen. Aber das ist zum Glück nicht immer so und ich ziehe auch Positives aus dieser ewigen Alltags-Challenge: wir nutzen unsere gemeinsame Freizeit umso intensiver.

Was würdest Du Dir generell an Veränderungen in Bezug auf Gesellschaft/Arbeitsmarkt gegenüber Müttern wünschen? Bzw. was denkst Du, könnte dabei helfen, dass das Thema „Vereinbarkeit“ in Deutschland nicht mehr so ein riesiges (Problem-)Thema wäre?

Leider werden berufstätige Mütter oft auch als Rabenmütter abgestempelt, weil sie eben nicht rund um die Uhr für ihre Kinder da sind und dem Job einen gewissen Stellenwert einräumen. Das Ankämpfen gegen Vorurteile und das schlechte Gewissen, das sich dann und wann einschleicht, kann zur echten Zerreißprobe werden. Man muss wegkommen von staubigen Mutterrollenklischees, hin zu mehr Normalität, dass auch Mamis Geld nach Hause bringen müssen. Arbeitsgeber sollten einen Schritt nach vorn machen und Müttern und Vätern die Chance geben, ihren Beitrag zu leisten, auch indem sie vielleicht flexiblere Arbeitsbedingungen schaffen und bestimmte Vorbehalte aus dem Weg räumen.

Viele Mütter hadern mit der Frage, ob/wann sie nach der Geburt ihrer Kinder wieder ins Berufsleben zurückkehren sollen. Und auch, was die beste Lösung für die Betreuung während ihrer Abwesenheit ist. Wie hast Du das gemacht? Würdest Du im Nachhinein etwas anders machen? (Vielleicht hast Du einen Rat?)

Weil wir lange nach einem Krippenplatz gesucht haben, ist meine Tochter erst mit knapp 2 Jahren in eine Einrichtung gekommen. Ich war also knapp 2 Jahre Hausfrau und Mutter und ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt nicht mehr glücklich damit. Bei meinem Sohn begann die Eingewöhnung in der Krippe dann schon mit 10 Monaten, also kurz vor dem Ende meiner Elternzeit, und ich habe mich wieder auf meinen Job gefreut. Ich habe aus dem finanziellen Aspekt heraus eigentlich nie eine Wahl gehabt, ob ich wieder in Berufsleben zurückkehre – ich musste. Doch selbst wenn, dann würde ich es wohl auch so machen, denn ich brauche eine Aufgabe außerhalb von Haushalt und meiner Rolle als Mama. Überdenken würde ich vielleicht das Wochenarbeitspensum, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Wer bei dieser Frage keinerlei Druck und volle Entscheidungsfreiheit hat, dem kann ich nur raten, auf das eigene Bauchgefühl zu hören.

Und zu guter Letzt: Gibt es einen konkreten Tipp oder Rat, den Du anderen Müttern, die ebenfalls mit Familien- und Jobleben jonglieren, geben kannst? 

Immer findet man das Gleichgewicht zwischen Job und Familie nicht und trotzdem sollten wir uns ruhig auch mal auf die Schulter klopfen und uns vor Augen halten, was wir da Tag für Tag leisten. Den größten Stress machen wir uns meist selbst. Ein bisschen mehr Gelassenheit ist alles, auch wenn es manchmal schwerfällt.

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