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Na, wer bist Du denn?

Nein, damit meinen wir nicht das niedliche Kind an Deiner Seite. Sondern Dich – ja Dich. Denn die meisten Mamas gehen in ihrer Rolle als Mutter zwar auf (wunderbar!), aber sie verlieren sich genauso häufig selbst, und heißen ab dem Tag der Geburt ihres Kindes nur noch Mama (sonderbar!). Die meisten Mamas (da ist es schon wieder) kennen das Problem, aber irgendwie hat man sich daran gewöhnt. Allerhöchste Zeit, das zu ändern – und endlich mal wieder an sich selbst zu denken. Inklusive Namensgebung.

Mein Name ist… Mama?

Natürlich weiß jeder seinen Namen. Aber Hand aufs Herz, wie oft verwendest Du ihn? Besonders in den ersten beiden Jahren, wenn Kinder altersbedingt von sich noch in der dritten Person sprechen und stolz verkünden „hat Lisa macht“, begibt man sich als Mutter gerne auf Augenhöhe und antwortet „Mama findet das ganz toll“. Völlig normal – haben wir alle schon gemacht. Nur irgendwann sollte man wieder zu sich selbst finden, und dem Kind (und auch allen andern) klar machen: ich bin eine Person, keine Aufgabe, kein Job. Stell Dir nur mal vor, Du gehst Brot kaufen, und sagst zum Bäcker „Mama möchte bitte ein Brot vom Bäcker“. Freundlich ausgedrückt klingt dieser Satz unpersönlich. Und ehrlich gesagt etwas verrückt. Aber genau so – und als wäre es absolut normal – sprechen wir heute mit unseren Kindern. Mama hat gekocht, wo soll Mama pusten, Mama möchte das jetzt nicht. Und ganz besonders beliebt unter Müttern: „Hallo, ich bin die Mama von …“. Der eigene Name fällt – wenn überhaupt – erst, sobald man die Telefonnummern austauscht und händeringend einen Hinweis braucht, wen man denn da eigentlich einspeichern möchte. Und wenn der Partner zu Hause dann auch noch Mama zu einem sagt, ist ein Punkt erreicht, an dem man sich der gesamten Familie mal wieder als Individuum präsentieren sollte.

Tränen kullern, Mama ist sofort da. Und mit ihr dieser Satz „Oh je, jetzt haben wir uns weh getan! Wo tut es uns denn weh“?

Ein anderes Phänomen ist das Verschmelzen von Mama und Kind zu einer Person. Noch eben spazierte der kleine Emil fröhlich auf wackeligen Beinen umher, schon ist er hingefallen – und das auch noch genau an der Stelle, vor der Mama vorab eindringlich gewarnt hatte. Tränen kullern, Mama ist sofort da. Und mit ihr dieser Satz „Oh je, jetzt haben wir uns weh getan! Wo tut es uns denn weh“? Auch wenn man selbst Mutter ist, ist so ein Satz, von außen betrachtet, befremdlich. Aber nachvollziehbar. Denn wir Mütter wollen ja im Grunde nur eins: das Beste für unsere Kinder. Alles richtig machen. Aber was ist richtig?

In den letzten Jahren ist der Trend junger Eltern, von sich in der dritten Person zu sprechen, immer größer geworden. Der bekannte dänische Familientherapeut Jesper Juul erklärt das so: „Viele Eltern spielen Elternsein, sie wollen unbedingt und immer alles richtig machen. Aber das ist unmöglich. Das Kind braucht seine Eltern als Menschen, nicht als Serviceeinrichtung.“

Ist es also nicht höchste Zeit, wieder ein wenig zu sich selbst zu finden? Seine eigenen Bedürfnisse auch mal in den Vordergrund zu stellen? Regeln ganz selbstbewusst und nachdrücklich festzusetzen? Denn Kinder brauchen eines mehr als alles andere: authentische Eltern. Mit Fehlern. Mit Gefühlen. Mit Idealen. Und mit einem Namen.

100% Mama – 0% Bedürfnisse

Vor allem durch das erste Kind wird das bisherige Leben komplett auf den Kopf gestellt. Was ja auch wunderschön ist. Anfangs helfen Adrenalin und Hormone, aber irgendwann geht einem die Puste aus. Denn jeder Mensch – sogar eine Mama – hat ganz eigene Bedürfnisse. Nur leider haben vor allem Mütter meist ein mindestens genauso schlechtes Gewissen, diesen Bedürfnissen nachzugehen. Mit Bedürfnissen meinen wir übrigens nicht den verordneten Rückbildungskurs oder Babyschwimmen. Sondern Dinge, die Du ganz alleine für Dich tust. Dinge, die Dich glücklich machen.

Was nutzt eine völlig erschöpfte Mutter, die zu müde ist, spannende Dinge zu unternehmen? Die keine Geduld mehr hat? Die nur noch den Berg Aufgaben, nicht aber mehr die Schönheit der Dinge sehen kann?

Und letztendlich Dein Kind. Denn nur, wenn es Dir gut geht, kann es Deinem Kind auch gut gehen. Was nutzt eine völlig erschöpfte Mutter, die zu müde ist, spannende Dinge zu unternehmen? Die keine Geduld mehr hat? Die nur noch den Berg Aufgaben, nicht aber mehr die Schönheit der Dinge sehen kann? Das heißt nun nicht, dass Du gleich die Koffer packen und tagelang Yoga in der Wüste machen sollst (dürfen tust Du es natürlich). Nein, schon kleine Dinge genügen, um den Alltag etwas „selbstfürsorglicher“ zu gestalten. Schließlich ist es ein nicht ganz einfacher Prozess, sich aus der Mama-Rolle wieder dem ursprünglichen Ich anzunähern. Und das Letzte, was Du nun brauchst, ist zusätzliche Überforderung, zusätzlicher Druck. Daher hier ein paar kleine, feine Tipps, um Dich jeden Tag ein Stückchen mehr um Dich und Deine Bedürfnisse zu kümmern:

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Schluss mit Mama, jetzt bin ich mal dran:

  • Pflanz Dir im Garten oder auf dem Balkon etwas, was Dir gefällt, Dir schmeckt. Auch wenn Dein Kind Rucola bah findet.
  • Verabrede Dich mit Deiner Freundin abends, ohne Kind. Damit hilfst Du nicht nur Dir, sondern auch Deinem Partner, denn der schafft das schon.
  • Gib Deinem Kind einen Schnuller, wenn Du das Gefühl hast, dass es einen braucht. Auch wenn die Hebamme das nicht gutheißen kann.
  • Du hast keine Zeit, Lust oder Gelegenheit, einen Bio-Brei selbst herzustellen? Greif selbstbewusst zum Gläschen.
  • Kauf Dir was Schönes, auch wenn es nicht an den Kinderwagen passt, zur Wickeltasche umfunktioniert werden kann, oder spielplatztauglich ist.

Mensch Mama!

Wir – das sind wir Mütter selbst, die Ehemänner, die Kinder, die eigenen Eltern – dürfen eines nie vergessen: hinter jeder Mutter steckt ein Mensch, eine Frau. Mit ganz menschlichen Gefühlen, Ängsten, und oft vielen Selbstzweifeln. Und im Großen und Ganzen haben alle Mamas dasselbe Ziel: ihre Kinder bestmöglich auf das Leben vorzubereiten, sie zu behüten und zu begleiten. Aber alle haben unterschiedliche Herangehensweisen, unterschiedliche Mittel, unterschiedliche Voraussetzungen. Und die sollten wir respektieren, auch die Mütter untereinander. Denn jeder Mensch ist anders, aber alle Mütter haben eines gemeinsam: Kinder. Und Kinder haben ist nicht leicht. Also sollten wir uns gegenseitig unterstützen. Und alle Mamas ein bisschen feiern. Jeden Tag. Nicht nur am Muttertag.
Aber feiere Dich auch jeden Tag selbst! Als Person, als Mensch. Das schadet nie, und vor allem nicht Deinem Kind. Zeig Deiner Familie, dass auch Du Bedürfnisse hast. Zeit für Dich brauchst. Das ist weder egoistisch noch verantwortungslos. Sondern reine Liebe, reine Fürsorge. Für Dich selbst.

HAPPY MOTHER’S DAY

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